Die Geschichte unserer Schule

Unsere Schule, die Städtische Gemeinschaftsgrundschule Dammstraße, ist eine von drei Grundschulen des Stadtteils Dülken der Stadt Viersen. Sie hat eine wechselhafte, vielen unbekannte Geschichte hinter sich und ihre Wurzeln in der „evangelischen Schule“ Dülken.

In der 1885 erstmals begonnenen Schulchronik der „evangelischen Schule“ wird erwähnt, dass schon 1854 der Prediger der damaligen nur 40 Seelen zählenden evangelischen Gemeinde Unterricht erteilte und 1855 im Pastorat an der Viersener Straße ein „Schullocal“ errichtet wurde.

1859 wurde der erste geprüfte Lehrer angestellt. 1868 war die Zahl der schulpflichtigen Kinder so gestiegen, dass eine „evangelische Schule“ in der Bahnhofstraße errichtet wurde, deren Lasten die Zivilgemeinde übernahm  1876 wurden auf Beschluss der Gemeindevertretung und Bestätigung der Königlichen Regierung  zu Düsseldorf die „confessionellen Volksschulen“ Dülkens in „paritätische“ verwandelt. Doch auf Betreiben eines Teils der Bürgerschaft und der Pfarrer beider Konfessionen wurden die Schulen wieder ab 1885 in konfessionelle zurückverwandelt. Zunächst gab es noch in Klasse II und III Schüler „evangelischen, israelitischen und katholischen Glaubens“, nur die Klasse I war rein evangelisch.

Ab 1886 war es eine 2-klassige evangelische Schule mit einem Lehrer und einer Lehrerin. Ostern 1902 betrug die Schülerzahl 146 Schüler, die „evangelische Volksschule“ erhielt die dritte Lehrkraft und wurde 3-klassig. 1909 wurde die Schule umgebaut, sodass die Räume besser belüftet werden konnten, ein früherer Klassenraum wurde als Turnraum hergerichtet und verbindlich Mädchenturnen eingeführt.  

1919, nach dem Krieg, wuchs die Schülerzahl, weil auch katholische Kinder und „Dissidenten“ die Schule besuchten. Die Schule wurde 4-klassig; die Aufrechterhaltung des konfessionellen Charakters wurde durch Gründung des evangelischen Schulvereins unterstützt. Nach der Machtübernahme durch Hitler wurde die Schule aufgelöst, die Kinder wurden mit Beginn des neuen Schuljahres in die „deutsche Schule“ überführt und die Schulchronik am 15.5.1939 geschlossen.

Infolge des Krieges gab es 1945 in Dülken 8 Monate Schulausfall. Am 13.8.1945 wurde wieder die „Evangelische Schule“ in Räumen der „Nordschule“ mit 82 Schülern in zwei Klassen (1.-4. Schuljahr) eröffnet, ab 10.9.1945 gab es auch Unterricht für 5.-7. Schuljahr. Durch Zuzug von Familien aus dem Osten  betrug die Schülerzahl am 1.9.1946 schon 246. Im November 1947 wurden 294 Kinder von 2 Lehrkräften betreut. 70% aller Flüchtlingskinder in Dülken besuchten die „Evangelische Schule“, 75% aller Schüler hier waren untergewichtig. Ostern 1948 gab es zwei weitere Lehrer, Ostern 1949 unterrichteten nur 6 Lehrer 385 Schüler in 7 Klassen in 4 Räumen der Nordschule, im Turnraum und 2 Räumen der alten evangelischen Schule in der Bahnhofstraße.  Nach der Ostschule war die „Evangelische Schule“ mit 421 Schülern 1950 die zweitgrößte Schule Dülkens. Statt des von der Schulgemeinde angestrebten Umbaus der alten Evangelischen Schule beschlossen das Presbyterium der evangelischen Kirchengemeinde und die Stadtverwaltung Dülken einen Schulneubau am Amerner Weg. Am 24./25.1.1953 – mitten im Schuljahr- wurde das neue Schulgebäude eingeweiht, innerhalb eines Tages bezogen und der Betrieb in der 8-klassigen Volksschule aufgenommen.

Da die Stadt kein Geld für die Einrichtung der Schule zur Verfügung hatte, machte sich der Schulleiter zu einem Bittgang zu den Dülkener Firmen auf. Mit Hilfe der gespendeten Gelder wurde die „Evangelische Volksschule“ die bestausgerüstete Schule der Umgebung.

Im Mai 1955 begann der Bau der Turnhalle, die 1956 in Benutzung genommen werden konnte.

Die evangelische Kirchengemeinde Dülken konnte anlässlich ihrer Hundertjahrfeier das Gemeindehaus (Paulussaal) auf der Dammstraße einweihen. So zeigte sich auch räumlich wieder die enge Verbundenheit der Geschichte von Schule und Kirche in der evangelischen Gemeinde Dülken.

Die Raumnot im neuen Gebäude wuchs schnell (401 Schüler wurden 1957 in 10 Klassen unterrichtet, wovon eine im damals noch fensterlosen Filmraum und eine als Wanderklasse) und wurde vorübergehend noch vergrößert, da ab Mai 1958 eine Förderklasse für junge Spätaussiedler im Gebäude untergebracht wurde.

Im Herbst 1959 wurde dann mit dem Bau eines Erweiterungsgebäudes mit zwei Klassenräumen und einer Ölheizung begonnen, die die Beheizung der „Pavillons“ übernehmen sollte, deren Raumtemperatur in den vorangegangenen kalten Wintern nicht auf über 12°C gestiegen war und deshalb zeitweise zu Unterrichtsausfall geführt hatte.

Anfang 1962 war die evangelische Gemeinde Dülken auf 5000 Seelen gewachsen. Da die Schülerzahl für 1964 auf 460 Schüler berechnet war, sah das Presbyterium die Notwendigkeit, eine zweite evangelische Schule im Norden der Stadt zu gründen. Die Elternvertreter forderten allerdings die Erweiterung der Schule an der Dammstraße zur 12-klassigen Volksschule, da das Wohngebiet der evangelischen Schüler vorwiegend im Süden der Stadt lag.

Im Schuljahr 1964/65 standen für 11 Klassen erstmals auch 11 Lehrer zur Verfügung, die 412 Schüler unterrichteten. Als 1965 die Schulbaracke des Gymnasiums auf den Hof der evangelischen Schule umgesetzt wurde, gab es endlich auch genügend Unterrichtsräume. Ab Januar 1966 wurde für die Schüler der Kl.1-4 aus den Außenbezirken erstmalig eine Schulbuslinie eingerichtet.

Infolge der Einführung des 9.Schuljahres und der Umstellung des Schuljahresbeginns von Ostern auf den Herbst gab es in NRW zwei Kurzschuljahre.

Im Zuge der Neuordnung der Volksschule wurde ab 1.12.1966 die Hauptschule gebildet. Da es in Dülken vorerst noch konfessionelle Hauptschulen geben sollte, wurde auch die Evangelische Hauptschule an unserer Schule gebildet. Allerdings ermöglichten die technischen und baulichen Voraussetzungen nicht einen geordneten Unterricht. In diesem Zusammenhang trat erstmals die Frage nach einer Gemeinschaftsschule in Dülken auf.

Das Ende des Schuljahres 1967/68 bedeutete zugleich das Ende der Evangelischen Volksschule in der bisherigen Form. Als Hauptschulen wurden nach einem Abstimmungsverfahren durch die Eltern die neuerrichteten Schulen Ost und Overberg als Gemeinschaftsschulen bestimmt. Nach dem Abstimmungsergebnis für die Grundschulen hätte nur die Südschule als katholische Grundschule errichtet werden können. Die katholische Kirche schaltete sich in den Schulbildungsprozess ein, und die öffentlich ausgetragenen Meinungsverschiedenheiten, Einsprüche und Klagen beim Verwaltungsgericht führten zu so einem heftigen Schulstreit, dass der Rat der Stadt Dülken beschloss, für 1968/69 den bisherigen Stand zu belassen, sodass unsere Schule vorerst als Evangelische Grundschule bestand.

Im kommenden Jahr wurden die katholischen Schulen zu katholischen Grundschulen bestimmt. Weitere Abstimmungsverfahren, an denen sich nur 14% der Eltern beteiligten, führten dazu, dass unsere Schule mit Beginn des neuen Schuljahres am 25.8.1969 als zunächst und seitdem bisher einzige Gemeinschaftsgrundschule in Dülken besteht.

Im November 1968 wurde eine Förderklasse für griechische Schüler angegliedert, die aber schon im nächsten Jahr wegen Raummangels zur Schule Nette ausgelagert wurde.

Am 1.8.1972 wurde die Städt. Kath. Grundschule Nette aufgelöst. Die überwiegende Mehrheit der Eltern meldete ihre Kinder an der Gemeinschaftsgrundschule Dammstraße an. Das Schulgebäude Nette wurde der GGS als Zweigschule zur Nutzung zugeteilt, die drei Lehrkräfte der Schule Nette zur GGS versetzt. Die Neuzugänge von Schülern erforderten eine umfangreiche Umorganisation der bisherigen Klassen. Auch der Schulbusbetrieb wurde erweitert, und es gab erstmalig eine Schulsekretärin.

1974/75 wurden 521 Schüler in 18 Klassen unterrichtet. In diesem Jahr entschieden sich die Gesamtkonferenz und die Schulpflegschaft für die Einführung der 5-Tage-Woche.

Aufgrund des Geburtenrückganges sank die Schülerzahl in den folgenden Jahren dramatisch bis zu ihrem Tiefstand von 182 Schülern zu Beginn des Schuljahres 1989/90. Ebenso sprunghaft stieg sie dann, sodass es bereits 1992/93 wieder zwölf Klassen und damit gravierenden Raummangel gab. Am 15.November 1995 konnte dann aber schon ein Erweiterungsbau mit vier neuen Klassenräumen eingeweiht werden, von denen einer der Arbeit für die „Verlässliche Schule von 8-1“ zur Verfügung steht.

Seit dem 01.08.2006 ist die Gemeinschaftsgrundschule Dülken eine Offene Ganztagsgrundschule. Zu Beginn des Schuljahres stand dafür ein neues Gebäude mit drei Räumen zur Verfügung, in dem die Kinder, die das Angebot der Offenen Ganztagsgrundschule wahrnehmen, sich sichtlich wohlfühlen.

Städt. Gemeinschaftsgrundschule Dülken
Dammstr. 55 | 41751 Viersen | 02162 . 95 27 16